„Udo Lindenberg“ kam ins „Eiskristall“
Andreas Auer präsentierte sich als Parodist und Plattsnacker
Die vorhandenen Sitzgelegenheiten reichten nicht aus. Für die fast 60 Besucher mussten immer wieder neue Stühle bereitgestellt werden. Das zeigt, dass die plattdeutsche Sprache noch immer sehr beliebt ist. Schon mit den ersten Sätzen hatte Andreas Auer, der schon seit 1979 auf der Bühne steht, das Publikum für sich gewonnen. Der Schauspieler von der Fritz-Reuter-Bühne Schwerin kennt die Norddeutschen und ihre Landschaft sehr gut. Seine Geschichten über Land und Leute ließen reichlich Freude aufkommen. Die humorvolle Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen der Norddeutschen wurde mit viel Beifall belohnt. Mit seiner Vielseitigkeit, vom Snack und Gesang zur Gitarre bis zu witzigen Einlagen in Plattdeutsch, zauberte Andreas Auer Bilder von der herben Lieblichkeit der Natur und der Herzlichkeit der Bewohner unserer Heimat. Besser kann man nicht für Land und Leute werben. Applaus auf offener Szene gab es beim plattdeutschen Gesang von „Udo Lindenberg“.
Im Stadtteiltreff „Eiskristall“ fand, bei Kaffee und Kuchen, das traditionelle Sommerfest des Vereins „Die Platte lebt“ statt. Vereinschefin Hanne Luhdo hob bei der Eröffnung hervor, dass internationale Freundschaft und multikulturelle Aktivitäten die Merkmale dieses Wohngebiets seien.
Die bundesweite Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat vor fünf Jahren in Schwerin Fuß gefasst. Im lokalen Netzwerk in Schwerin und Umgebung unter der Regie des Vereins „Die Platte lebt“ sind mittlerweile 45 Kitas aktiv. Die Koordinatorin des Netzwerkes, Rosemarie Kaminski, freute sich, dass sie beim Forscherfest am 6. Juni im Stadtteiltreff „Eiskristall“ in Neu Zippendorf Mädchen und Jungen aus den Kitas „Waldgeister“, „Future Kids“, „Lütte Meckelbörger“, „Haus Sonnenschein“ und „Mosaik“ begrüßen konnte. Letztere erhielt bei dieser Gelegenheit zum zweiten Mal die Plakette „Haus der kleinen Forscher“.
Nicht jede Idee, die am Stammtisch geboren wird, ist eine Schnapsidee. Als Christian Schneider im Juni beim „Platten-Stammtisch“ im „Eiskristall“ den Vorschlag unterbreitete, Schweriner Unternehmer einzuladen, die dringend Personal suchen, wurden gleich Nägel mit Köpfen gemacht: JOB direkt am 16. Juli im Stadtteiltreff. Ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich auf direktem Wege im „Eiskristall“ am Berliner Platz zusammenfinden, wurde von beiden Seiten mit Spannung erwartet. Und tatsächlich nutzten viele Arbeitssuchende, nicht nur vom Dreesch, die Chance, sich die Angebote anzuhören. Am Ende waren sich alle einig: Das war eine gute Idee, die nach Wiederholung schreit. Vertreten waren u. a. das Technologie- und Gewerbezentrum e.V., das „Best Western Seehotel Frankenhorst“ und das Hotel „Arte“ Schwerin. Die Hotellerie hat es seit langem besonders schwer, denn die Arbeitszeiten sind für viele Jobsuchende ein großes Hindernis. Und so bleiben Stellen für Köche und Küchenhilfen oft lange unbesetzt. Auch die Unternehmerin Dorin Müthel-Brenncke, seit 2001 Geschäftsführerin des Familienbetriebes MIX Dachdecker und Zimmerer, ließ sich nicht lange bitten, zumal sie als Mitglied im Verein „Die Platte lebt“ stets Initiativen für den Dreesch fördert. Sie kam mit zwei Interessenten ins Gespräch, die für sie als Dachklempner in Frage kommen. Die meisten Angebote unterbreitete Liesbeth Homp vom TGZ. Die 110 Mieter des Technologiezentrums suchen z. B. Produktmanager, technische Redakteure, Webdesigner, Konstrukteure, Außenhandelskaufleute und Mediengestalter. Auch hier wurden erste Kontakte geknüpft. Außerdem bot das Bildungswerk der Wirtschaft Migranten Gespräche zur Existenzgründung an.