Februar 2016
Blumen blühen im Schnee
Nicht nur Sträucher und Blumenstauden, die beim Abriss der Kita „Knirpsenstadt“ weichen mussten, zogen von der Kantstraße zum „Plattenstern“ um. Auch vier Betonplatten fanden auf der benachbarten Brachfläche einen neuen Platz.Während der Verein „Die Platte lebt“ ein riesiges Blumenbild auf die sieben Meter lange Betonfläche an der Hegelstraße zauberte, warten die beiden Platten an der Kantstraße noch auf ihre Gestaltung durch Jugendliche. Wie es mit der Brachfläche im Mueßer Holz weitergeht, wird derzeit diskutiert.
Aus kaputten Gehwegplatten entstand neben dem „Plattenstern“ ein kleines Podest, das Mittelpunkt eines Labyrinths werden soll. Kinder halfen nicht nur beim Aufbau, sondern brachten auch rund 1.500 Frühblüher in die Erde. Hier die Kita „Waldgeister“ mit Unterstützung von Marina Hornig vom Verein „Die Platte lebt“.
Ein Scheck für die Flüchtlingshilfe
Alexander Plaumann und Simone Borchardt überreichten im November an den Verein „Die Platte lebt“ 250 Euro für Deutschbücher und andere Lehrmaterialien. Sie sind bestimmt für den Deutschunterricht für Flüchtlinge und Asylbewerber, der in der Hamburger Allee stattfindet. Dankeschön!
Nachdenkliches aus dem „Eiskristall“
Jeden Montag von 15 bis 18 Uhr. Inzwischen laden weitere Cafés dieser Art ein, verstreut über das Stadtgebiet und die Wochentage. Ich erinnere mich: Unsicher, fast schüchtern standen am „Eiskristall“ die ersten Besucher vor dem Eingang: meist junge Männer, auch einige ältere, ein paar Frauen. „Guten Tag – Salam“. Es kamen jedes Mal mehr – manchmal bis zu 50 Personen. Das Wichtigste: Sprechen, Kennenlernen, Eindringen in eine neue, andere Welt der Lebensweise, der Kultur, der Befindlichkeiten. Mühsam die ersten Schritte, aber es waren Helfer da: Schweriner, die ehrenamtlich die ersten Schritte der Ankommenden erleichtern wollen – bei Behördengängen, beim Einkaufen, vor allem beim Deutschlernen. Natürlich tun sich Kontraste auf: Patriarchale Strukturen treffen auf freizügige, offene Lebensweise. Unterschiedliche Bräuche, Gepflogen heiten und Traditionen sind zu respektieren, andererseits müssen unsere hier geltenden Regeln und Gesetze eingehalten werden. Ihren Beitrag dazu wollen die Welcome-Cafés leisten. Das archaische Welt- und Familienbild erweist sich natürlich als eines der größten Integrationsprobleme, und seine Lösung bleibt meist unauffällig. Doch es wird – zumindest im „Eiskristall“ – normal, wenn die ein Kopftuch tragende Muslima aus Haleb (Aleppo) in Syrien neben der stolz ihre offenen langen Haare zeigenden jungen Ukrainerin aus dem Donbass sitzt – beide bemühen sich angestrengt um das Deutsch, „wie man es auf der Straße spricht“. Die Lütte aus der dritten Klasse übt sich als Dolmetscherin für ihre Eltern, die noch oft ratlos gucken und zuhören. Der Junge aus der achten Klasse der Astrid-Lindgren-Schule ist da schon besser im Übersetzen.
